Direkt zum Inhalt

Istanbul Konvention QUEER gelesen

06. November 2026, 15:00 - 18:00
Veranstalterin:
Broken Rainbow e.V.

Die Istanbul-Konvention ist ein europäisches Übereinkommen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Es geht also um den Schutz vor Gewalt durch Mitglieder der Herkunftsfamilie, in der Beziehung oder durch eine andere nahestehende Person. Die Konvention ist 2018 in Deutschland in Kraft getreten. 

WAS HAT DAS MIT QUEEREN MENSCHEN ZU TUN?

In der Istanbul Konvention ist zum einen ein Nichtdiskriminierungsgrundsatz verankert und zum anderen werden gesellschaftliche Gruppen benannt, die als „besonders schutzbedürftig“ angesehen werden: Zum Beispiel Schwangere, Menschen mit Behinderung, Konsument*innen toxischer Substanzen, „Homosexuelle, Bisexuelle oder Transsexuelle,“ Obdachlose, alte Menschen. 

Im Mai 2024 erfolgte eine weitere EU Richtlinie, nämlich die „EU-Gewaltschutzrichtlinie“, die sich ebenfalls mit der Gewalt im sozialen Nahraum befasst. Deutschland ist verpflichtet, die EU Richtlinie bis Juni 2027 umzusetzen. 

WAS HAT DAS MIT QUEEREN MENSCHEN ZU TUN?

In der EU-Gewaltschutzrichtlinie ist der Begriff „Opfer“ völlig geschlechtsneutral formuliert worden, d.h. demnach ist Opfer „jede Person, unabhängig von ihrem Geschlecht, die einen Schaden erlitten hat, der unmittelbar durch Gewalt gegen Frauen oder häusliche Gewalt verursacht wurde. Das bedeutet, dass jeder Mensch, unabhängig von der geschlechtlichen Selbstbeschreibung oder der sexuellen Orientierung ein Recht auf Schutz vor Gewalt im sozialen Nahraum haben.

WAS MACHT DEUTSCHLAND?

Im vergangenen Jahr ist das sog. Gewalthilfegesetz verabschiedet worden. Während im ersten Entwurf noch eine enge Anlehnung an den Opferbegriff der EU Richtlinie erfolgte, wurde der Begriff Opfer in der Endfassung eingeengt auf alleine cis-Frauen: „Gewaltbetroffene Personen im Sinne dieses Gesetzes sind Frauen, die geschlechtsspezifische Gewalt oder häusliche Gewalt erlitten haben […]. An einigen Stellen haben die Länder, somit auch das Land Hessen, Gestaltungsmöglichkeiten. 

WAS MACHEN WIR?

In den queeren Communitys gibt es nur sehr wenig Wissen über das Gewalterleben queerer Menschen durch Mitglieder der Herkunftsfamilie, in ihren (Ex)Beziehungen oder durch Menschen aus dem sozialen Nahraum. Nach wie vor ist das Thema mit einem großen Tabu belegt. 

DIE TAGUNG

In der Tagung möchten wir uns dem Thema der Gewalt in queeren Beziehungen annähern und Wege aufzeigen, Unterstützung und Schutz zu erhalten. 

Wo: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg

Die Zeit verbringen wir wie folgt:

15.00h                 Ankommen

15.15h                 Begrüßung durch den Vorstand Broken Rainbow (Kirsten Mayer)

15.30h                 Begrüßung durch die Dezernentin Tina Zapf-Rodríguez

15.45h                 Das Ziel ist ein gewaltfreies Leben - Kommunale Umsetzung der Istanbul Konvention in Frankfurt (Gloria Schmid, Koordinierungsstelle Istanbul Konvention)

16.15h                 Gewalt in queeren Beziehungen – Ergebnisse der Studie Partnerschaftsgewalt unter LSBTIQ+ in Berlin (Moritz Konradi, Forschungsinstitut CAMINO, Berlin)

16.45h                 Kurze Pause

17.00h                 Gewalthilfegesetz und Europäische Gewaltschutzrichtlinie queer gelesen – was sagt das Recht? (Petra Kaps, ZEP Berlin)

17.30h                 Gesprächsrunde mit Fragen der Teilnehmer*innen
(Moderation: Dr. Constance Ohms, Leitung Beratungsstelle gewaltfreileben)

18.00h                 Sektempfang: 10 Jahre Beratungsstelle gewaltfreileben