Sexualisierte Gewalt
Sexualisierte Gewalt hat viele Formen. Dazu gehören Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend.
Bei sexualisierter Gewalt geht es nicht um sexuelles Verlangen. Sexuelle Handlungen werden als Mittel genutzt, Ziel ist es Macht und Kontrolle auszuüben.
Jede Frau und jedes Mädchen kann von sexualisierter Gewalt betroffen sein – unabhängig von ihrem Alter, ihrem Aussehen, ihrem sozialen Status oder einer Behinderung.
Die Täter kommen oft aus dem sozialen Umfeld, seltener sind es Fremde. Zudem finden die meisten sexuellen Übergriffe dort statt, wo Mädchen und Frauen sich sicher fühlen sollten, im eigenen Zuhause, auf der Arbeit, im Freundeskreis, beim Sport etc.
Gewalt zu erleiden kann für die Betroffenen, aber auch für ihr soziales Umfeld, massive Folgen haben.
Nur ein sehr geringer Teil der Betroffenen bringt die Übergriffe zur Anzeige. Gründe hierfür können Scham oder die Angst davor sein, dass ihnen nicht geglaubt wird.
Sexualisierte Gewalt zeigt sich nicht nur in Vergewaltigungen, sondern auch in sexueller Belästigung, etwa durch:
- sexuell eindeutige Worte, Gesten oder Anspielungen,
- aufdringliche Blicke,
- Nachrichten oder Briefe mit sexuellem Inhalt,
- unerwünschtes Zusenden pornografischer Bilder oder Videos
- und sexualisierte Berührungen.
Manchmal setzen Täter K.O.-Tropfen ein, um Betroffene wehrlos zu machen. Diese können nahezu überall unbemerkt in Speisen oder Getränke gegeben werden.
Quelle: Hilfetelefon und Infothek des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe
Medizinische Versorgung nach Vergewaltigung
Betroffene von Vergewaltigung sollen bestmöglich medizinisch versorgt werden. Untersuchungen auf sexuell übertragbare Krankheiten oder eine potenzielle Schwangerschaft sind im Rahmen der vertraulichen Soforthilfe nach Vergewaltigung möglich. Eine Anzeige ist dafür nicht erforderlich.
In Frankfurt am Main können sich Betroffene (Frauen* Mädchen* Jungen* und Männer*) an die hier gelisteten Krankenhäuser wenden:
https://www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de/bundeslaender/hessen/frankfurt-am-main/kliniken
In den Krankenhäusern können, zusätzlich zur medizinischen Versorgung, auch Spuren der Tat gesichert werden. Dies geschieht aber nur, wenn Sie das möchten.
Bei dieser vertraulichen Untersuchung wird die Polizei nicht informiert. Für die Versorgung entstehen Ihnen keine Kosten.
Der Versorgungsverbund geht zurück auf eine Initiative der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, des Frauenreferats, des Amts für Gesundheit sowie des Jugend- und Sozialamts.